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Der Einfluss von Licht auf unseren Circadianen Rhythmus


Licht steuert unseren Rythmus

In jeder Zelle unseres Körpers tickt eine biologische Uhr. Aber wie wird diese Uhr gestellt? Unsere Tagesaktivitäten, besonders aber das Licht, so haben aktuelle Forschungsergebnisse gezeigt, justieren unseren circadianen Rhythmus ständig nach. Im modernen Leben kann das ungewünschte Effekte haben.

Wichtige Körperfunktionen müssen über den Tagesablauf gesteuert werden, so zum Beispiel die Körpertemperatur, der Schlaf-Wach-Rhythmus oder der Blutdruck. Je nach Jahreszeit und Tagesablauf muss sich das System an besondere Anforderungen anpassen.
In der Chronobiologie bezeichnet man die innere Uhr, die eine Periodenlänge von circa 24 Stunden aufweist, auch als Circadianen Rhythmus (frei aus dem lateinischen: Rhythmus des uns umgebenen Tages).

Die uns umgebenden Reize eines Tagesablaufs haben sich in den vergangenen Jahrhunderten zunehmen verändert. Wir sind immer weniger Sonnenlicht ausgesetzt und verbringen – besonders im Winter – zunehmend Zeit in Innenräumen mit selten mehr als 400 Lux Lichtstärke.

Künstliche Beleuchtung ist auf gute Sehleistungen ausgelegt, nicht auf die Bedürfnisse unseres Circadianen Systems

Die Auslegung der Beleuchtung von öffentlichen Räumen und Arbeitsplätzen unterliegt zwar strengen Regeln. So gibt es Mindestanforderungen für die Lichtstärke, Regeln zu Blendfreiheit und Lichtverteilung. Diese Definitionen sind jedoch primär darauf ausgelegt, eine optimale Sehleistung zu garantieren.
Unbeachtet blieben lange die Anforderungen unseres circadianen Systems.

Erst seit kurzer Zeit liegen Forschungsergebnisse vor, die überhaupt eine sinnvolle Auslegung des Lichtes erlauben. Ein Licht, dass in Lichtstärke, -verteilung und vor allem der Lichtfarbe (bzw. des ausgesendeten Spektrums) optimal auf unseren Tagesablauf eingestellt ist. (Siehe auch den Artikel zum Einfluss des Lichtes auf die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin) Damit ergibt sich auch die Anforderung, die individuellen zeitlichen Gegebenheiten zu beachten. Ein Schichtarbeiter möchte zwar schon zu Schichtbeginn um sechs Uhr hellwach sein. Seine innere Uhr sollte aber nicht einfach "umgestellt" werden.

Der enorme Einfluss auf unsere Gesundheit, aber auch unsere individuelle Leistungsfähigkeit, findet derzeit noch keine breite Beachtung. Oft sind es die aussergewöhnlich negativ betroffenen Menschen, zum Beispiel Menschen mit Depressionen - ob saisonal (SAD) oder nicht, die aktiv an Ihrem persönlichen Rhythmus arbeiten. Doch von Ihnen können wir alle viel über die Bedürfnisse des Körpers lernen und aktiv etwas für unser Wohlbefinden tun.

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